Wann sich ein Agent lohnt und wie der Agent-Loop funktioniert – vom manuellen Tool-Loop über den SDK-Tool-Runner bis zur Abgrenzung von Managed Agents.
Ein Agent unterscheidet sich von einem einzelnen API-Aufruf durch eine Sache: Claude entscheidet selbst, welche Schritte nötig sind, und arbeitet sie in einer Schleife ab – Tools aufrufen, Ergebnisse verarbeiten, weiterdenken, bis die Aufgabe erledigt ist. Dieser Guide zeigt, wie dieser Loop funktioniert, wann er sich lohnt, und wo die Grenze zwischen selbst gebautem Agenten und Anthropics Managed Agents verläuft.
Für erfahrene Entwickler, die schon mit Tool Use vertraut sind und Claude eigenständig mehrstufige Aufgaben mit eigenen Werkzeugen lösen lassen wollen – Recherche, Code-Änderungen, Datenpipelines.
Ein Agent ist mächtig, aber auch teurer, langsamer und schwerer vorhersehbar als ein einzelner Aufruf. Prüfe vier Kriterien – ist bei einem die Antwort „nein”, bleib bei einer einfacheren Stufe (einzelner Aufruf oder fester Workflow):
Im Kern ist ein Agent eine Schleife um denselben Tool-Use-Round-Trip, den du aus Tool Use kennst – nur wiederholt, bis Claude fertig ist.
Du rufst die Messages-API mit deiner Aufgabe und dem tools-Parameter auf – der Liste der Werkzeuge, die Claude nutzen darf.
Die Antwort endet mit stop_reason: "tool_use". Im content steht ein tool_use-Block mit Name und Argumenten.
Deine Anwendung führt den eigentlichen Code aus – API-Aufruf, Datenbankabfrage, Dateizugriff. Claude selbst führt nie Code aus.
Du schickst das Ergebnis als tool_result zurück, zusammen mit der bisherigen Konversation.
Claude verarbeitet das Ergebnis und entscheidet: noch ein Tool (stop_reason: "tool_use") oder fertig (stop_reason: "end_turn"). Erst bei end_turn endet der Loop.
Du hast zwei Wege, diesen Loop zu betreiben:
client.beta.messages.tool_runner(...) übernimmt die Schleife für dich – er ruft die API, führt deine registrierten Funktionen aus und iteriert, bis Claude fertig ist. Weniger Code, wenn du keine Sonderlogik im Loop brauchst.Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Architekturen für Agenten:
Claude API + Tool Use – du hostest den Loop und die Tool-Ausführung selbst. Maximale Flexibilität: eigene Compute, eigene Werkzeuge, volle Kontrolle über jeden Schritt.
Managed Agents – Anthropic betreibt den Agent-Loop und stellt pro Session einen Container als Workspace bereit, in dem Tools (Bash, Datei-Operationen, Code) laufen. Du legst eine persistente, versionierte Agent-Config einmal an und startest daraus Sessions.
Faustregel: Willst du eigene Infrastruktur und Werkzeuge kontrollieren, nimm API + Tool Use. Willst du einen server-verwalteten, zustandsbehafteten Agenten mit fertigem Workspace, nimm Managed Agents.
Die Agenten-Stufe ist die teuerste und am schwersten kontrollierbare. Nutze sie nur, wenn die vier Kriterien es rechtfertigen – sonst gewinnt ein einzelner Aufruf oder ein fester Workflow.
Was beendet den Agent-Loop?
Stand Juli 2026: Der SDK-Tool-Runner und die Managed Agents sind als Beta verfügbar. Die grundsätzliche Abgrenzung – selbst gehosteter Loop (API + Tool Use) versus Anthropic-gehostete Managed Agents – ist stabil und die wichtigste Architekturentscheidung zu Beginn.
tool_result im Loop vergessen: Ohne das Ergebnis wartet Claude und der Loop hängt.tool_result mit is_error: true zurück – dann kann Claude sinnvoll reagieren, statt zu halluzinieren.Du kennst jetzt den Agent-Loop. Für Aufgaben, die nicht interaktiv, sondern in Masse laufen, lohnt sich ein Blick auf Batch & Files API – asynchrone Verarbeitung und wiederverwendbare Dokumente.
Wissen testen, Entscheidungen trainieren oder den nächsten Guide starten.