Rolle · Solo & KleinbetriebeLernweg

KMU-Geschäftsführer

Vertrieb, Marketing, Finanzen, HR-Light – alles selbst, weniger Zeit, mehr Verantwortung. Claude als Universal-Sparringspartner.


Warum Claude für deine Rolle?

Einordnung

Im KMU machst du alles selbst – oder mit zwei, drei Leuten. Angebot schreiben, Mitarbeitendengespräch vorbereiten, Marketing-Post entwerfen, Jahresgespräch mit der Bank, Lieferantenvertrag prüfen, neue Wettbewerber recherchieren. Alles in der gleichen Woche, oft am gleichen Tag.

Dieser Track ist für die, die keinen Spezialisten haben – also für viele Solo-Selbstständige und KMU-Geschäftsführer. Du brauchst Claude als Universal-Sparringspartner, der in jedem Fachgebiet auf 70% kommt: gut genug für Routine, klar genug, um Spezialisten gezielt einzubeziehen.

Der Lernweg setzt auf Projects pro Themenbereich (Vertrieb, Marketing, Finanzen, Personal) statt einer Riesen-Wissensbasis. Jedes Project bleibt fokussiert, jeder Kontext ist sauber. Plus: Skills für die 5 Aufgaben, die du jede Woche machst.

HINWEIS
Vertrauliche Geschäfts-, Kunden- und Personaldaten gehören nicht in den Standard-Chat. Rechtlich oder steuerlich relevante Entwürfe (Verträge, Angebote, Kündigungen) vor Verwendung fachlich prüfen lassen.

Dein Lernweg

Schritt für Schritt

  1. 01
    Claude Chat – Grundlagen →
    Browser auf, Anfrage rein, Ergebnis raus – keine Tool-Wartung, keine IT-Abteilung nötig.
    Wie du Claude im Browser nutzt: Conversations führen, Modelle wählen, Dateien hochladen und bessere Ergebnisse bekommen.
  2. 02
    Custom Instructions schreiben →
    Dein Schreibstil + Unternehmenswerte einmal festlegen. Jede Kunden-Mail, jeder Mitarbeitenden-Brief kommt automatisch in deinem Ton.
    Regeln definieren, die Claude in jedem Gespräch automatisch befolgt – für konsistente Ergebnisse.
  3. 03
    Projects, Artifacts & Memory →
    Vier Projects für die vier Hauptbereiche (Vertrieb, Marketing, Finanzen, Personal). Pro Bereich ein dauerhafter Wissensspeicher, fokussierter Kontext.
    Drei Konzepte, die Claude dauerhaft nützlicher machen – klar getrennt erklärt.
  4. 04
    Modelle verstehen: Haiku, Sonnet, Opus →
    Sonnet für 90% des Alltags, Opus für strategische Bewertungen oder schwierige Vertragsprüfungen. Haiku für Bulk-Klassifikation (E-Mails, Bewerbungen).
    Drei Modelle, drei Stärken – wie du das richtige Modell für jede Aufgabe wählst.
  5. 05
    Custom Skills erstellen →
    Top-5-Skills, die sich pro Woche amortisieren: Angebot, Mahnung, LinkedIn-Post, Mitarbeitenden-Update, Lieferantenanfrage. Einmal bauen, hundertfach nutzen. Skills gibt es in claude.ai/Projects ebenso wie in Claude Code; der Guide zeigt den dateibasierten Code-Weg.
    Wiederverwendbare Agent Skills, die Claude bei passenden Aufgaben automatisch lädt – als SKILL.md mit YAML-Frontmatter.
  6. 06
    Prompt Engineering →
    Die wirkungsvollste Investition: 1 Stunde Prompt-Engineering-Lernen spart 5 Stunden pro Woche bei Routineaufgaben.
    Bessere Fragen stellen, bessere Ergebnisse bekommen – fünf Techniken, die sofort wirken.

Was du damit machst

Konkrete Anwendungen

Angebot aus Anfrage in 10 Minuten
chat
Project mit Standardangeboten + Preisliste + Tonalität. Anfrage einkippen, Claude erzeugt strukturiertes Angebot mit Leistungsbeschreibung, Preis, Konditionen, Nächste-Schritte. Du redigierst, sendest.
Lieferanten- oder Kundenvertrag prüfen
chat
Opus mit Pattern „Identifiziere abweichende Klauseln vom üblichen Standard, markiere Risiken hoch/mittel/niedrig, schlage Verhandlungspunkte vor". Vor dem Anwalts-Termin schon die Hausaufgaben gemacht.
Marketing-Post-Serie für die Woche
chat
Eine Wochen-Idee → 5 LinkedIn-Posts oder Newsletter-Bausteine in deinem Ton. Strukturiert nach Hook/Story/CTA. Direkt nutzbar oder mit kleinen Edits perfekt.
Mitarbeitenden-Update vor Quartalsmeeting
chat
Stichpunkte aus dem Quartal → strukturiertes Update für Team-All-Hands. Mit Successes, offenen Themen, Was-kommt-jetzt, persönlichem Dank. Spart Stunden Schreibarbeit.
Strategie-Sparring „Devil's Advocate"
chat
Geplante Entscheidung erklären → Claude argumentiert gegen. „Welche 5 Annahmen halten nicht? Was übersiehst du? Was würde der schärfste Skeptiker einwenden?" – Schwachstellen vor der Investition entdecken.
Stellenausschreibung und Screening-Kriterien
chat
Stelle beschreiben, Anforderungen stichpunktartig nennen → Claude formuliert eine klare, authentische Stellenausschreibung im Unternehmenstonfall plus einen strukturierten Kriterienkatalog für das Bewerbungs-Screening. So geht die erste Vorauswahl schneller und nach einheitlichen Maßstäben – auch wenn du dabei keine HR-Abteilung im Rücken hast.

Spezialisierte Lernfäden

Mini-Workflows für konkrete Aufgaben

01

Angebots-Workflow standardisieren

Pro Woche 5-10 Angebote zu schreiben – alle ähnlich, aber jedes anders. Du willst von 30 Min pro Angebot auf 8 Min, ohne Qualität zu verlieren.

  1. 1
    Project „Vertrieb" mit Standards
    Project mit Standard-Leistungsbeschreibungen, Preisliste, AGB-Hinweisen, Beispiel-Angeboten. Eine Quelle für alle Folge-Anfragen.
    → Projects, Artifacts & Memory
  2. 2
    Custom Instruction „Angebots-Stil"
    Tonalität, Aufbau (Leistung/Preis/Konditionen/Nächste Schritte), max-Länge, Standard-Disclaimer. Konsistent über alle Angebote.
    → Custom Instructions schreiben
  3. 3
    Skill „Angebot aus Anfrage"
    Skill nimmt Kundenanfrage + Leistungspaket-Code, liefert strukturiertes Angebot mit korrekten Preisen aus dem Project.
    → Custom Skills erstellen
  4. 4
    Redigieren + senden
    Du prüfst Preis, Konditionen, kundenspezifische Anpassung – 5 Min. Senden. Folge-Mails (Erinnerung, Nachverhandlung) ebenfalls als Skill.
02

Wettbewerbsanalyse in einer Stunde

Du brauchst Klarheit zu einem neuen Wettbewerber – Preisstruktur, Positionierung, Schwachstellen. Sonst Stunden mit Webseite, LinkedIn, Reviews scrollen.

  1. 1
    Datenraum sammeln
    Wettbewerber-Webseite-Texte, LinkedIn-Posts, öffentliche Preislisten, Bewertungen kopieren → in ein temporäres Project laden.
  2. 2
    Strukturierte Analyse
    „Auf Basis dieser Quellen: 1) Kerngeschäft 2) Positionierung 3) Pricing-Logik 4) Stärken aus Kundensicht 5) Erkennbare Schwächen 6) Wo wir uns differenzieren können."
  3. 3
    Devil's Advocate-Pass
    „Wenn ein Kunde zwischen uns und Wettbewerber X wählen muss: warum würde er Wettbewerber X wählen? Welche 3 Argumente sind die stärksten?"
    → Prompt Engineering
  4. 4
    Entscheidung treffen
    Auf Basis der Analyse: Reagieren wir? Preis anpassen? Positionierung schärfen? Claude hilft beim Verstehen, nicht beim Entscheiden.
03

Neue Stelle besetzen – von der Ausschreibung zum Erstgespräch

Du musst eine Stelle besetzen, hast aber keine HR-Abteilung. Du brauchst Ausschreibung, Screening-Kriterien und eine Vorbereitung fürs Erstgespräch – ohne Wochen dafür zu verbrauchen.

  1. 1
    Stellenprofil im Project anlegen
    Project „Personal" mit Unternehmensbeschreibung, bestehenden Stellen, Tonalität und typischem Mitarbeiterprofil. Einmal aufgebaut, liefert es den Kontext für jede künftige Stellenausschreibung.
    → Projects, Artifacts & Memory
  2. 2
    Ausschreibung und Kriterien-Katalog erzeugen
    Stichpunkte zur Stelle, Aufgaben und Anforderungen eingeben. Claude formuliert eine authentische Stellenanzeige im Unternehmenstonfall plus einen strukturierten Kriterienkatalog (Muss/Soll/Kann) für das Screening. Du prüfst und passt an.
    → Prompt Engineering
  3. 3
    Bewerbungen vorstrukturieren lassen
    Anonymisierte Bewerbungs-Kernaussagen (Motivation, Erfahrung, Gehaltsvorstellung) als Text-Dump eingeben. Claude ordnet sie nach den Kriterien, du triffst die Shortlist-Entscheidung.
    → Custom Skills erstellen
  4. 4
    Erstgespräch-Leitfaden und Fragen
    Claude erzeugt einen Gesprächsleitfaden mit 5-8 rollenspezifischen Fragen, typischen Gegenargumenten bei Gehaltsverhandlungen und einem kurzen Bewertungsraster für nach dem Gespräch. Die finale Entscheidung liegt selbstverständlich bei dir.

Tipps & Tricks

Rollenspezifische Power-Hebel

▶
Vier Projects, nicht eines
Vertrieb / Marketing / Finanzen / Personal je in eigenem Project. Trennt Kontext sauber, verhindert Cross-Vermischung („Claude antwortet im Marketing-Project plötzlich finanztechnisch").
▶
Skill statt langer Prompt
Wenn du eine Aufgabe (Mahnung, Lieferanten-Anfrage, Mitarbeiter-Update) wöchentlich machst: 20 Min Skill-Bau. Spart pro Woche 1-2 Stunden danach.
▶
Sonnet als Default – Opus selektiv
Tagesarbeit: Sonnet 5.5 reicht. Opus 5.5 nur für: Vertragsprüfung, Strategie-Entscheidungen, schwierige Mitarbeiterkommunikation. Sonst zahlst du Premium ohne Mehrwert.
▶
Computer Use nur mit Sicherheits-Hygiene
Wenn du Computer Use für lokale Tools nutzt: Banking, Password-Manager, Steuersoftware MÜSSEN auf der App-Blocklist. Niemals mit offenen sensiblen Tabs starten.

Prompt-Packs

Copy & Paste – sofort einsetzbar

Chefsache – sofort einsetzbar

Diese Prompts liefern dir einsatzbereite Entwürfe für typische GF-Aufgaben. Wichtig: Keine sensiblen Geschäftszahlen, Kundennamen oder Personaldaten in den Standard-Chat eingeben – anonymisiert arbeiten oder ein Projects-Setup mit klaren Zugriffsregeln nutzen. Rechtlich oder steuerlich relevante Entwürfe (Verträge, Angebote, Stellenausschreibungen) immer durch einen Fachmann gegenlesen lassen, bevor du sie verbindlich verwendest.

Angebot / Kostenvoranschlag-Entwurf
Erstelle einen professionellen Angebotsentwurf auf Basis der folgenden Kundenanfrage. Gliederung: (1) Kurze Einleitung (1-2 Sätze Bezug auf die Anfrage), (2) Leistungsbeschreibung — was wir liefern, klar und präzise ohne Fachjargon, (3) Preis und Zahlungskonditionen gemäß unserer Preisliste, (4) Lieferbedingungen und Zeitplan, (5) Nächster Schritt (was der Kunde als nächstes tun soll). Ton: verbindlich, unkompliziert, auf Augenhöhe. Die Kundenanfrage: [ANFRAGE HIER EINFÜGEN] Unsere Standardkonditionen: [PREISLISTE / KONDITIONEN HIER EINFÜGEN]
Vor dem Versand Preis, Konditionen und Liefertermin manuell gegenchecken – Claude übernimmt, was du eingibst, und erkennt Rechenfehler in deinen Zahlen nicht.
Lieferanten-Vergleich mit Entscheidungsmatrix
Ich vergleiche mehrere Lieferanten oder Angebote für [PRODUKT / DIENSTLEISTUNG]. Erstelle eine strukturierte Entscheidungsmatrix. Kriterien: Preis (Gewichtung 30 %), Lieferzeit (20 %), Qualitäts-Eindruck / Referenzen (20 %), Vertragsbedingungen und Flexibilität (20 %), Support und Erreichbarkeit (10 %). Pro Anbieter: Stärken in 1 Satz, Schwächen in 1 Satz, Gesamt-Empfehlung. Schließe mit einer begründeten Top-Empfehlung ab. Angebote und Infos zu den Anbietern: [ANBIETER A, B, C MIT DETAILS HIER EINFÜGEN]
Die Gewichtung der Kriterien kannst du vor dem Einfügen anpassen – so spiegelt die Matrix deine eigenen Prioritäten, nicht einen generischen Standard.
Stellenausschreibung formulieren
Schreibe eine authentische, klare Stellenausschreibung für die folgende Stelle in unserem Unternehmen. Struktur: (1) Kurzes Unternehmens-Intro (2-3 Sätze, wer wir sind und warum wir wachsen), (2) Was dich erwartet — Aufgaben in 5-7 Bullet-Points, konkret und ehrlich, (3) Was du mitbringst — Muss-Kriterien und Soll-Kriterien getrennt (max. 5+3), (4) Was wir bieten — ehrlich, kein Hochglanz-Bullshit, (5) Wie du dich bewirbst — kurzer Aufruf mit Kontakt und gewünschten Unterlagen. Ton: direkt, menschlich, ohne HR-Phrasen. Stelle und Rahmenbedingungen: [STELLE, AUFGABEN UND ANFORDERUNGEN HIER EINFÜGEN]
Stellenausschreibungen sind rechtlich relevant (AGG) – den Entwurf vor Veröffentlichung auf diskriminierende Formulierungen und AGG-Konformität prüfen lassen.
Prozess-SOP aus Stichpunkten
Ich beschreibe unten einen Ablauf in groben Stichpunkten. Strukturiere daraus eine knappe, verständliche SOP (Standard Operating Procedure), die ein neuer Mitarbeitender ohne Vorkenntnisse befolgen kann. Format: (1) Kurze Beschreibung des Zwecks (1 Satz), (2) Wer ist verantwortlich, (3) Schritt-für-Schritt-Anleitung (nummeriert, jeder Schritt max. 2 Sätze), (4) Was bei Fehlern oder Ausnahmen zu tun ist (2-3 typische Fälle), (5) Verweis auf benötigte Werkzeuge, Systeme oder Dokumente. Ton: einfach, klar, kein Fachjargon ohne Erklärung. Die Stichpunkte: [ABLAUF-STICHPUNKTE HIER EINFÜGEN]
SOPs aus Stichpunkten sind immer ein Entwurf – der Fachexperte im Team muss den Output auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen, bevor die SOP produktiv genutzt wird.
Reklamations-Antwort professionell
Schreibe eine professionelle, sachliche Antwort auf die folgende Kundenreklamation. Struktur: (1) Einleitung — die Beschwerde ernst nehmen, ohne sofort Schuld einzugestehen, (2) Sachliche Einordnung — was ist nach unserem Stand passiert?, (3) Konkrete nächste Schritte — was tun wir und bis wann?, (4) Abschluss — Vertrauen stärken, ohne leere Versprechen. Ton: ruhig, verbindlich, lösungsorientiert. Keine Schuldzuweisungen an den Kunden, kein Defensiv-Reflex. Die Reklamation lautet: [REKLAMATIONSTEXT HIER EINFÜGEN] Unser Stand der Dinge: [EIGENE EINSCHÄTZUNG HIER EINFÜGEN]
Bevor du die Antwort sendest: prüfe, ob die beschriebenen nächsten Schritte tatsächlich umsetzbar und intern abgestimmt sind – eine Zusage, die nicht gehalten wird, verschlimmert die Situation.

Häufige Fehler

Was du in dieser Rolle vermeiden solltest

✕
Alles in einem Project
Ein „tbai-Allgemein"-Project mit Vertrieb + Marketing + Finanzen wird zur Wundertüte. Claude vermischt Kontexte, Antworten werden generisch. Trennen lohnt sich.
✕
Keine Custom Instruction = keine Konsistenz
Jeder Prompt erzeugt einen leicht anderen Ton. Wenn die 5. Kundenmail ganz anders klingt als die 4., merkt der Kunde das. Custom Instructions sind nicht optional.
✕
Computer Use für Finanz-Tasks
Anthropic warnt explizit davor. Banking, Buchhaltung, Steuersoftware bleiben manuell. Computer Use ist für unkritische lokale Routine-Tasks – nicht für Geld-Bewegungen.

Vergleiche, die du brauchst

Tool-Wahl bewusst treffen

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KMU-Geschäftsführer
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