Die Claude-Code-Releases 2.1.282 bis 2.1.296 (24. September bis 9. Oktober) bringen eine neue Erweiterungsebene und mehrere Standardänderungen, die jeden Nutzer betreffen.
Mods: Claude Code in TypeScript umbauen
Mods sind kleine TypeScript-Funktionen, die ändern, wie Claude Code sich verhält und aussieht. Der Mechanismus: Claude Code sendet bei jeder Aktion ein Ereignis – Tool-Aufruf, Berechtigungsanfrage, Zeichnen eines Bildschirmteils –, und ein Mod hängt sich davor, dahinter, anstelle oder drumherum.
Was damit geht:
- Verhalten: Prompts umschreiben, bevor sie das Modell erreichen; Tool-Aufrufe blockieren, umschreiben oder wiederholen; Berechtigungen automatisch erteilen oder verweigern; Geheimnisse aus Tool-Ausgaben entfernen.
- Oberfläche: Bildschirmteile ersetzen (Tool-Ergebnisse, Rückfragen), Buttons und Eingaben ergänzen – im Terminal, in der Desktop-App oder beiden.
- Eigene Panes: Anthropic zeigt als Beispiel ein CI/CD-Statusfenster neben der Konversation, das sich mit jedem Build aktualisiert.
- Eingebaute Features werden zu Mods:
/diffist jetzt ein Mod, den du unter/pluginabschalten oder ersetzen kannst.
Mods werden in Plugins ausgeliefert, mehrere Mods auf demselben Ereignis laufen in Ladereihenfolge – ein Audit-Mod, der zuerst lädt, protokolliert alles, was andere tun. Claude kann einen Mod auch selbst schreiben und in der laufenden Session hot-reloaden. Der Unterschied zu Hooks: Hooks können Ereignisse nicht umschreiben, keine Oberfläche zeichnen und keine Features ersetzen. Wichtig: Mods laufen ohne Sandbox mit vollem Maschinenzugriff – nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren. Auf Team und Enterprise lädt der eingebaute sec-default-Mod zuerst und blockiert riskante Aktionen wie das Überschreiben von Deny-Regeln.
Auto-Mode ist jetzt Standard
Seit 2.1.284 starten interaktive Sessions und VS Code im Auto-Mode, wenn kein Berechtigungsmodus konfiguriert ist – Claude Code entscheidet dann selbst über Routinefreigaben und fragt nur bei Risiko nach. permissions.defaultMode in den Settings überschreibt das weiterhin. Auf direkter API-Verbindung nutzt Auto-Mode standardmäßig den serverseitigen Klassifikator; der gefährliche rm-Prompt wird nach zwei Minuten ohne Antwort abgelehnt.
Modelle und Context
- Sonnet 5.5 (2.1.284) und Haiku 5.5 (2.1.293) sind integriert; Opus 5.5 ist seit 2.1.280 Standard-Opus. Auf Pro und Team Standard ist das Standardmodell von Sonnet auf Opus gewechselt.
- 1M Context ist jetzt auch auf Bedrock, Vertex, Foundry und dem Claude-Apps-Gateway Standard für Opus 4.7+ und Fable (
CLAUDE_CODE_DISABLE_1M_CONTEXT=1behält 200K). - Der Agent-Tool bekommt einen
effort-Parameter – Subagents lassen sich gezielt sparsamer fahren. /autocompactmerkt sich sein Fenster pro Modell.
Kleinere Neuerungen, die den Alltag betreffen
/doctor prompt-auditprüft CLAUDE.md, Skills, Agents und Commands auf Prompting-Muster, die für ältere Modelle geschrieben wurden – passend zur 5.5-Generation.claude --desktopöffnet die Desktop-App im aktuellen Verzeichnis oder zu einer Session.claude plugin configure <plugin>und--marketplace <source>beiclaude plugin install.- WebSearch-Budget füllt sich mit 100 Aufrufen pro Stunde nach, statt nach 200 Aufrufen zu enden.
- Ein mit Ctrl+C gelöschter Prompt lässt sich mit Pfeil hoch zurückholen;
/code-reviewkennt--max-findings. - Das Verhalten bei AGENTS.md ist präzisiert: Claude Code liest eine vorhandene AGENTS.md anstelle einer CLAUDE.md, nicht zusätzlich.
- Managed Settings:
availableModelsMatch: "exact"blockiert neue Modell-Releases, bis sie gelistet sind;deniedModelssperrt einzelne Modelle;allowedProvidersbegrenzt die API-Anbieter. - Hooks werden strenger (2.1.295): Mit
onFailure: "block"blockiert ein Command- oder HTTP-Hook die Aktion auch dann, wenn er nicht startet, in den Timeout läuft oder mit unerwartetem Exit-Code endet – bisher ließ ein kaputter Hook die Aktion durch. Wichtig für Security-Gates aufPreToolUse. - Subagents und Workflows (2.1.296):
autoCompactWindowim Agent-Frontmatter lässt einen Subagent früher kompaktieren als die Hauptsession;CLAUDE_CODE_WORKFLOW_SUBAGENT_MODELzwingt alle Workflow-Agents auf ein Modell. Dazu ein längeres Retry-Fenster bei 529-Überlastung (CLAUDE_CODE_OVERLOADED_RETRY_MAX_DELAY_MS) und MCP-Tool-Beschreibungen bis 4.096 statt 2.048 Zeichen.
Was das für dich bedeutet
Wer Claude Code bisher über Hooks und Plugins angepasst hat, bekommt mit Mods die nächste Stufe – mit entsprechend mehr Verantwortung bei der Quelle. Der wichtigste Alltagsunterschied ist der Auto-Mode: Wer die alte Nachfrage-Logik will, setzt permissions.defaultMode explizit. Und /doctor prompt-audit ist der schnellste Weg, eine über Monate gewachsene CLAUDE.md an die neuen Modelle anzupassen.